STAU-ZEIT beim CLUB

166. Kolumne : „Wir rufen Günther Koch“
NEUMARKTER TAGBLATT/ MITTELBAYERISCHE ZEITUNG
Print:21.08.14
siehe auch www.mittelbayerische.de

Es ist ja kein Geheimnis, dass ich Bayern 1 und Bayern 2 und Bayern 3 und Bayern 4 und Bayern 5 liebe – aus gutem, dankbarem Grund. Aber alles zu seiner Zeit: B 1 für den beruhigenden Gefühls- und Erinnerungshaushalt, B 2 zur intellektuellen Anregung und Horizonterweiterung, B 3 zur flotten Entspannung, B 4 für anspruchsvolle klassische Musik und B 5 um rundum auf der Höhe zu sein.
Rein fußballerisch ausgedrückt, war der Club in Bayern immer so was wie Programm „Bayern 2“ – quasi das Programm für die „ qualifizierte Minderheit“. So jedenfalls antwortete ich früher mal Gerd Rubenbauer, als jener in der Konferenz auf B 1 von den Münchner Bayern , also quasi „Bayern 1“ honorig zu „Bayern 2“ nach Nürnberg schaltete.
Nun aber sind wir alle wieder mal… mit dem 1. FC Nürnberg abgestiegen und nur noch die Nummer 3 in Bayern, quasi Bayern 3 – momentan sogar Bayern 4 oder gar Bayern 5, wenn man neben der 1:5- Rundumadum-Blamage in Fürth die Pokal-Total-Pleite in Duisburg mit einrechnet.
Bitte nicht missverstehen, liebe RadiokollegInnen in München: Rein radiosportlich wäre das absolut kein Abstieg, fußballerisch aber ist es einer. Und was für einer – allerdings noch längst nicht katastrophal! Also höre ich gerade Bayern 3. Genau da – auf Bayern 3 – gibt es nämlich seit der neuen Saison eine wunderbare neue Wortschöpfung innerhalb der aktuellen Verkehrsmeldungen, die ich mir jedes Mal auf der Zunge zergehen lasse, denn sie passt zum Club: „Stauzeit-Rechner“. Da wird berechnet, wie viel länger es dauert, bis man als Straßen-Verkehrs-Teilnehmer ans Ziel kommt…
Und als Zweitliga-Verkehrsteilnehmer, wenn man gleich am Anfang kräftig im Stau steht? Ein guter, anerkannter und hoch kompetenter Fußballfachmann und Freund tröstete mich dieser Pokal- Tage mehrfach, zum Beispiel damit, dass auch die Wolfsburger in Darmstadt in 90 Minuten fast keine Torchance hatten…
Als ich dann am Montagabend sah, wie ein anderer Drittligist, nämlich Dynamo Dresden, die Millionen-Vereinigung von Schalke 04 aus dem Pokal kegelte und gleichzeitig die Millionarios vom HSV in Cottbus rumdümpelten, tröstete mich das schon wieder etwas.
Außerdem machten die stets neuen, anspruchsvollen Trainingseinheiten auch diese Woche abermals einen guten Eindruck auf mich. Und wie jung unsere Mannschaft doch ist! Die Feldspieler sind ohne den verletzten Polak (läuft wieder, aber ohne Ball und Gegner) und mit Ausnahme von dem im Training am Dienstag hervorragenden Pinola im Durchschnitt um die 22 Jahre jung. Wie hier schon an- gedeutet: Es braucht viel Geduld und gute Nerven aller, vor allem dann, wenn man gleich am Anfang einer langen, beschwerlichen Reise im Stau steckt. Dabei werden die Spieler sich schneller als Team finden, wenn wir sie alle weiterhin fair unterstützen.

 

 

 

 

Tags: , , , , , , , ,

7 Antworten zu “STAU-ZEIT beim CLUB”

  1. michael sagt:

    Ja, lieber GüKo, so einfach ist das aber nicht, natürlich braucht man bei jungen Spielern Geduld, aber gerade junge Spieler brauchen auch Führungspersonen. Und bei manch einem jungen Spieler reicht es auch einfach von der Qualität nicht. Dazu kommen dann noch Transfer, die keiner versteht. Koch, Füllkrug, Mlapa als Bsp. Und dann kommt am ende unterm Strich das, heraus, was wir im Moment erleben. Das erinnert alles an jemanden, der drittklassige produkte kauft, weil er meint, er spart. Die teile gehen dann schnell kaputt und er kann neue kaufen. Und seien wir mal ehrlich, unser Trainer ist im moment die ärmste Sau. Nur mal eine Frage, die sich die verantwortlichen ehrlich stellen sollten, haben sie die Vita von Wowo überprüft, überall gescheitert, selbst in der dritten Liga. Vom Aufstieg braucht man in franken und beim club nicht mehr denken, wohl eher an den Klassenerhalt.

  2. uli sagt:

    Die Frage ist, ob Ismael diese Truppe zu einem funktionierenden Team formen kann, Günther Koch?
    Und wie lange braucht er dazu?

    Qualität scheint ja vorhanden !

    Ich hatte am Samstag wieder meinen siebenjährigen Jungen dabei und es ist im Moment Schwerstarbeit angesagt, dass er das Interesse am Club nicht verliert… zum Glück gab´s in der HZ Würscht…

  3. uli sagt:

    Hui, da brennt´s scheinabr lichterloh beim Club…
    Die Räte verabschieden sich schon reihenweise!
    Wo geht die Reise hin?

  4. michael sagt:

    Vor allem welche mit Kompetenz, es treten leider die falschen zurück. Das können ja jetzt lustige 4 wochen werden, die Clubseele kocht, bleiben jetzt noch die Erfolge aus, dann gute nacht. Man muss sich ja langsam schämen.

  5. michael sagt:

    Respekt, GüKo, Chapo !! mehr gibt es da nicht zu sagen !

  6. Manfred sagt:

    Tiefe Erleichterung, dass der freie Fall erstmal gestoppt ist!!!! Wobei der Sieg zum großen Teil der Schwäche des Gegners zugeschrieben werden kann. Immerhin gibt es wieder neue Hoffnung und genau so große Spannung, wie der kommende Auftritt gegen die „Fortuna“ sein wird. Einem Verein, der in Sachen Pleiten und Leid unserem Club nahe ist.

    Kurios ist, dass der Club nicht mehr „Unentschieden“ spielen kann, dies nach der letzten Rückrunde. In nunmehr 22 Plichtspielen kam dieses Resultat nicht mehr zustande. Da kann man wieder die Statistiken bemühen, wo der Rekord liegt?

    Und siehe da, der Club ist auch hier anscheinend Rekordhalter mit 25 Uentschieden in Folge, allerdings saisonübergreifend in Liga 1.

    http://www.bulibox.de/bundesligarekorde/rekord_R243-114.html

    Noch mehr Spannung also, ob dieser eigene Rekord verbessert werden kann!?

  7. Manfred sagt:

    es muss natürlich heißen: mit „NICHT Uentschieden gespielt in Folge“!

Hinterlasse eine Antwort